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Was gibt es schöneres als im Spätsommer ein paar Tage nach Verona zu fahren? Also ab ins Auto und die gut 400km bequem abgespult. In Italien erwartet uns Sonnenschein vom blauen Himmel, Lebenslust und jede Menge Kunst und Kultur. Mit ein bischen Glück haben wir eine Wohnung fast im Stadtzentrum gefunden, perfekt eingerichtet mit mehr als man eigentlich braucht.

Die Nähe zur Stadt erweist sich am ersten Morgen auch als etwas nachteilig. Auf dem vorgelagerten Platz wird ab etwa sechs Uhr morgens ein Cafe aufgebaut, als ob irgendein Einheimischer dort um diese Uhrzeit Kaffee trinken wollen würde. Aber die Plastikstühle werden herrlich über das Kopfsteinpflaster gezogen – wir stehen also morgens um halb sieben hellwach im Bett.

Also ziehen wir heute mal recht früh los und erkunden, nach einem Kaffee auf Plastikstühlen, die Altstadt von Verona.

Während wir herum schlendern finden wir immer wieder in kleinen Seitengassen wunderschöne kleine Pizzerien und versuchen uns diese für heute Abend zu merken. Und stehen auf einmal vor einer der größten Touristenattraktionen die Verona zu bieten hat: Die Geschichte von Romeo und Julia samt dazugehörigem Balkon.

Büste vom William Shakespeare

Die Geschichte der beiden unglücklich Verliebten ist weltbekannt. William Shakespeare (auf dem Bild links als Büste am Grabmahl Julias in Verona) hat die zu seiner Zeit schon kursierenden Varianten der Geschichte zusammengefasst und in einen lokalen Kontext gebracht. Er ist also leider nicht der Autor, und auch nicht der Einzigste der auf diese Idee gekommen ist. Jedoch erlangte seine Interpretation der Geschichte weltweit Ruhm und Bekanntheit.
Die Stadt Verona ist sicherlich nicht unglücklich darüber das ihr die Geschichte zugeschrieben wurde. Und so kann man heute nicht nur den vermeintlichen Balkon von Julia besichtigen (im rechten Bild sieht man rechts oben den Balkon sowie den Innehof), sondern auch gleich noch ein Wohnhaus aus „Julias Zeit“ sowie ihr Grabmahl.
Uns jedenfalls hat das „Ausschlachten“ der Geschichte um Romeo und Julia weniger gut gefallen. Es sind halt die Hotspots für Touristen, wer sich einsam fühlt ist hier gut aufgehoben. Da aber weder die Geschichte noch die Lokalitäten bewiesen sind, wenden wir uns etwas enttäuscht anderen Dingen in Verona zu.

Innenhof unter dem Balkon von Julia und Romeo

Lassen wir nun also Romeo & Julia hinter uns und begeben und auf einen der schönsten Aussichtspunkte über Verona: den Torre dei Lamberti. An dieser Stelle sei auch auf die Verona Card hingewiesen. Diese kann man für entweder 24 oder 48 Stunden kaufen. Damit erhält man entweder kostenfreien oder stark vergünstigten Eintritt in viele Museen und Sehenswürdigkeiten und kann auch das öffentliche Busnetz nutzen.

Man hat die Wahl entweder die Treppen zu steigen, oder für einen Euro Aufpreis mit dem Aufzug ins Glockengestühl zu fahren. Oben angekommen hat man noch zwei wunderbare alte Wendeltreppen vor sich bevor man eine herrliche Aussicht auf Verona und die Arena geniessen kann. Aber Achtung: Man steht direkt neben den Glocken die alle halbe Stunde läuten. Und es ist wirklich laut…

Seitenansicht des Torre dei Lamberti
Wendeltreppe zum Glockengestühl des Torre dei Lamberti
Aussicht über Verona vom Torre dei Lamberti aus
Wendeltreppe zum Glockengestühl des Torre dei Lamberti
Aussicht über Verona vom Torre dei Lamberti aus

Zentrum der Stadt bildet neben der Arena und der vorgelagerten Piazza aber die Piazza delle Erbe. Neben vielen wunderbaren Straßencafes die zum AperolSpritz trinken einladen, säumen auch einige Marktbuden und ein Springbrunnen den Platz. Hier tobt vor allem Nachts das Leben, und hier wurde auch (angeblich) der erste AperolSpritz erfunden und ausgeschenkt. So schön kann Geschichte sein…

 Piazza delle Erbe

Wo immer man auch in dieser Stadt spazieren geht, prachtvoll verzierte Häuser und kleine Gassen warten darauf erkundet zu werden. Besonders wenn man nicht als Tagestourist unterwegs ist kann man die Stunden nachdem der letzte Ausflugsbus abgefahren ist wahrhaft genießen. Denn dann kehrt ein wenig Beschaulichkeit ein in der Stadt an der Etsch.

Verona bietet unendlich viel zu entdecken. Wer bereit ist die Stadt zu Fuß zu erkunden kann wie wir leicht über 20km pro Tag zurück legen, und sich genau wie wir in die vielen kleinen Gassen verlieben.